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| Dietmar von Aste (auch Ast, Aist oder Eist) stammt aus dem österreichischen Adel aus der Gegend um Mauthausen und ist zusammen mit dem von Kürenberg der älteste belegte deutsche Minnesänger. Geschichtliche Quellen sind zwischen 1139 und 1171 vorhanden. |
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Das linke Bild stammt aus der Konstanz-Weingartner Liederhandschrift,
die wahrscheinlich zu Beginn des 14ten Jahrhunderts entstand.
Der Name dieser Minnesänger-Liederhandschrift geht auf das
Kloster St. Martin bei Weingarten in der Nähe von Ravensburg
zurück.
Das rechte Bild stammt aus dem Codex Manesse (auch Manessische Liederhandschrift, Manessische Handschrift, Grosse Heidelberger Liederhandschrift oder Pariser Handschrift), welche die umfangreichste und berühmteste deutsche Liederhandschrift des Mittelalters ist. Sie entstand um 1300 in Zürich, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Sammeltätigkeit der Zürcher Patrizierfamilie Manesse. Dietmar von Aste wird ab ca. 1139 in zeitgenössischen Urkunden aus Salzburg, Regensburg und Wien namentlich erwähnt. Der Name Aste oder Aist bezieht sich wahrscheinlich auf den Fluss Aist, der in Österreich unterhalb der Enns die Donau speist. Das Geschlecht derer von Aist ist ab etwa 1125 in Oberösterreich bezeugt, wo sich am Fluss Aist heute die Ruinen des Stammsitzes befinden. Ob der in Urkunden bezeugte Freiherr Dietmar de Aist wirklich der Dichter war, ist aber aus chronologischen Gründen unsicher. Sicher ist, dass ein urkundlich bekannter "Ditmarus de Agasta" (gest. um 1171, auch Dietmar de Agist), nicht Dietmar von Aist war. Zum den Bildern in den Liederhandschriften: Der Dichter trägt in der Linken den Treiberstab, mit der anderen Hand hält er ostentativ einen Ast empor. Die Bezugnahme auf die Namensform "von Ast" ist unverkennbar. Es liegt nahe, auch den Esel zum Namen in Beziehung zu setzen: diet-mar in scherzhafter Etymologie als "Volkspferd" gedeutet. Der Maler des Manesse-Bildes unterstreicht diese Beziehung durch die Zeigegeste des Dichters. Im übrigen hat er die geschilderte Grundform phantasievoll durch eine reichhaltige Minnemetaphorik erweitert: Die Gürtel und Taschen auf dem "Ast", der hier zum Querbalken geworden ist, sind bekannte Symbole aus dem Bereich der sinnlichen Liebe. Das Gold tritt als Metapher für "werdekeit" des Wesens mehrfach in der mittelhochdeutschen Dichtung auf; hier hat ihn der Maler noch durch die Formen des Gürtelendes, das die Dame mit der Hand umfasst, sowie der goldenen Gürtelschnalle, die der Dichter ihr entgegenhält, eine hintergründige Beziehung zu dem Minneverständnis des Dichters verliehen, wie es dem Maler in der unter Dietmars Namen in der Manesseschen Liederhandschrift überlieferten Strophen zum Ausdruck zu kommen schien. |
| Ez stuont ein frouwe alleine... |
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Ez stuont ein frouwe alleine und warte uber heide und warte ire liebe, so gesach si valken fliegen. »sô wol dir, valke, daz du bist! du fliugest swar dir liep ist: du erkíusest dir in dem walde einen bóum der dir gevalle. alsô hân ouch ich getân: ich erkós mir selbe einen man, der erwélten mîniu ougen. daz nîdent schoene frouwen. owê wan lânt si mir mîn liep? jô engerte ich ir dekeiner trûtes niet.«
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| Slâfst du, friedel ziere... |
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»Slâfst du, friedel ziere? man weckt uns leider schiere: ein vogellîn sô wol getân daz ist der linden an daz zwî gegân.«
»Ich was vil sanfte entslâfen:
Diu frouwe begunde weinen.
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| Ûf der linden óbené... |
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Ûf der linden óbené dâ sanc ein kleinez vogellîn. vor dem walde wart ez lût: dô huop sich aber daz herze mîn an eine stat da'z ê dâ was. ich sach die rôsebluomen stân: die manent mich der gedanke vil die ich hin zeiner frouwen hân.
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| Ez dunket mich wol tûsent jâr... |
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Ez dunket mich wol tûsent jâr daz ich an liebes arme lac. sunder âne mîne schulde fremdet er mich mangen tac. sît ich bluomen niht ensach noch hôrte kleiner vogele sanc, sît was mir mîn fröide kurz und ouch der jâmer alzelanc. English translation: There sate upon the linden tree A bird, and sang its strain; So sweet it sang, that as I heard My heart went back again. It went to one remember'd spot, It saw the rose-trees grow, And thought again the thoughts of love There cherish'd long ago. A thousand years to me it seems, Since by my fair I sate; Yet thus to be a stranger long, Is not my choice, but fate: Since then I have not seen the flowers, Nor heard the bird's sweet song: My joys have all too briefly past, My griefs been all too long. (by Edgar Taylor (1793-1839), in "Lays of the Minnesingers or German Troubadours", printed by Richard Taylor, Shoe-Lane, London, 1825) |
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Waz ist für daz trûren guot daz wîp nâch lieben manne hât... |
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waz ist für daz trûren guot daz wîp nâch lieben manne hât gerne daz mîn herze erkande wan ez sô betwungen stât alsô redete ein frouwe schoene an ein ende ich des wol koeme wan diu huote selten sîn vergezzen wirt in mînem muote
genuoge jehent daz grôziu staete sî der beste frouwen trôst des enmag ich nigt gelouben sît mîn herze ist unerlôst alsô redeten zwei geliebe dô si von ein ander schieden ôwê minne der dîn âne möhte sîn daz waeren sinne
sô al diu werelt ruowe hât sô mag ich eine entslâfen niet daz kumt von einer frouwen schoene der ich gerne waere liep an der al mîn frôude stât wie sol des iemer werden rât joch waene ich sterben wes lie se got mir armen man ze kâle werden |
| Sô wol mich liebes... |
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Sô wol mich liebes, des ich hân umbevangen. hôhe stât mîn muot. ich waene, nie diu werlt gewan ein schoene wîp sô rehte guot. man sol si loben deste baz. der uns alle werden hiez, wie lützel der an ir vergaz. tugende hât si michels mê danne ich gesagen kunne. si ist leides ende und liebes trôst und aller fröide ein wunne. (Gepriesen sei mir die Geliebte, die ich / umfangen habe! Ich bin hochgemut. / Ich glaube, niemals besass die Welt / eine so schöne Frau, so wahrhaft gut. / Man muss sie desto mehr loben. / Der uns alle ins Leben rief, / wie wenig hat er an ihr versäumt. / Tugenden hat sie weit mehr, / als ich aufzählen kann. / Sie ist des Leides Ende und der Liebe Trost / und der Gipfel aller Freuden.) |
| Frouwe, mînes lîbes frouwe... |
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Frouwe, mînes lîbes frouwe, an dir stêt aller mîn gedanc. dar zuo ich dich vil gerne schouwe. du gewunne nie unstaeten wanc. dar zuo waere ich dir vil gerne bî. nû nim mich in dîn genâde, sô belîbe ich aller sorgen frî.
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